Nach dem Krieg hat sich die Arbeit mit Holocaust-Überlebenden deutlich verändert. Viele Organisationen öffneten sich neu – auch für die Zusammenarbeit mit gläubigen Menschen. Ein Beispiel ist der Verein Tenufa in der Gemeinde. Tenufa unterstützt Holocaust-Überlebende heute in zahlreichen Lebensbereichen. Ehrenamtliche Studierende der Sozialen Arbeit werden gezielt geschult und von einer klinischen Psychologin begleitet. Der aktuelle Krieg hat bei vielen Überlebenden alte Traumata erneut aktiviert. Der psychische und körperliche Unterstützungsbedarf ist stark gestiegen.

Nach einer ersten Abklärung zeigt sich: Rund 1000 Holocaust-Überlebende haben akute Schwierigkeiten im Alltag. Besonders problematisch ist die Nutzung von sanitären Anlagen. Viele Wohnungen sind nicht barrierefrei. Es fehlen Haltegriffe, Duschhilfen oder einfache Anpassungen. Diese Massnahmen sind nicht nur hilfreich, sondern oft lebensrettend. Ohne bauliche Anpassungen besteht ein hohes Sturzrisiko. Tenufa reagiert pragmatisch. Der Verein organisiert funktionale Reparaturen und stellt bei Bedarf grundlegende Güter wie Lebensmittel oder Haushaltgeräte zur Verfügung.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt jedoch nicht nur auf der materiellen Hilfe. Entscheidend ist der Aufbau persönlicher Beziehungen. Ehrenamtliche Zeit, Zuhören und kontinuierliche Begleitung, wirken stabilisierend. Viele Überlebende leben einsam, sozial isoliert und in Armut. Verlässliche Beziehungen geben Halt und Würde zurück.

Diese Ausrichtung prägt auch unsere neue Zusammenarbeit. Nach vielen Jahren der bisherigen Struktur öffnet sich für uns als GHI ein neues Kapitel. Die Arbeit mit Holocaust-Überlebenden führen wir bewusst weiter. Neu geschieht dies gemeinsam mit Ayala Shamleyev und Yulia Mastzenka von CBN. Der Fokus liegt auf Bat Yam. In dieser Stadt leben über 5000 Holocaust-Überlebende. Viele sind alt, geschwächt und kaum eingebunden. Während die soziale Unterstützung in Städten wie Tel Aviv oder Jerusalem gut ausgebaut ist, bleibt sie in Bat Yam lückenhaft. In der näheren Zukunft wird das Projekt langsam ausgebaut und strukturiert.