Der Name Keren Ruchama bedeutet «Stiftung der Barmherzigkei». Geleitet wird dieses Projekt von Boaz Fastman. Er ist Teil einer messianischen Gemeinde in Jerusalem. In enger Zusammenarbeit werden mit verreinten Kräften Menschen unterstützt. Die Unterstützten kommen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und stehen in Verbindung mit einer messianischen Gemeinde im Land Israel.

Die Lebenskosten in Israel sind sehr hoch und die Löhne nicht ausreichend, um alle alltäglichen und medizinischen Kosten zu decken. Oft sind beide Elternteile gezwungen, Vollzeitig zu arbeiten. Zusätzlich zu den finanziellen Herausforderungen wird die Integration für viele Einwandererzu einer Herausforderung. Es gilt nicht nur eine neue Sprache zu lernen, sondern sich auch in die jüdische Kultur einzufügen. Nicht selten sind weitere Ausbildungen Voraussetzung, damit ein eigenständiges Leben finanziert und gelebt werden kann. Die GHI will dieser Not begegnen und unterstützt deshalb den Fond «Keren Ruchama». Mit den Spendengeldern aus der Schweiz leistet GHI direkte Hilfe.

Diese Direkthilfe ermöglicht Zahlungen bei finanziellen Notlagen, Finanzierung von Ausbildungsprogrammen, Schulungen zum Umgang mit Finanzen und notwendige medizinische Eingriffe. Mit Keren Ruchama wird neue Perspektive und eine hoffnungsvolle Zukunft ermöglicht, mit dem Ziel, dass Menschen in die Selbständigkeit finden. Auch alleinerziehenden Elternteilen wird praktische Hilfe ermöglicht, damit sie ihren herausfordernden Alltag bestreiten können.

Keren Ruchama repräsentiert die Arbeit von Gemeindehilfe Israel in der Schweiz. Seit der Gründung blickt die GHI dankbar auf die Wirkungsgeschichte zurück und sieht immer wieder Segensspuren bei Menschen in Israel. Weil Keren Ruchama nicht nur finanzielle Hilfe spricht, sondern durch Begegnungen und Begleitung direkt mit den Betroffenen in Kontakt ist, wird Gottes Beistand und Liebe für viele messianische Juden spürbar.

Bericht von Boaz Fastman

Boaz Fastman, Leiter des Keren Ruchama Fonds, ist dankbar, dass Gott das Land und auch viele Mitglieder des messianischen Leibes immer wieder versorgt. Im Jahr 2018 konnten 186 Familien und Einzelpersonen aus dem messianischen Leib unterstützt werden. Vier Beispiele sollen Einblick in die Arbeit von Keren Ruchama geben:

Eine alleinerziehende Mutter mit vier Kindern leidet unter der Gewalt ihres alkoholsüchtigen Mannes. Sie lebt in Kfar Saba in der Nähe von Tel Aviv. Mit einem kleinen Nähatelier versucht die Mutter ihre Kinder zu ernähren. Es braucht neben der Familienarbeit viel Kraft, genügend Näharbeiten anzunehmen und auszuführen. Die Frau ist sehr entmutigt, weil sie ihre Situation fast nicht mehr tragen kann. Freunde kochen pro Woche zwei warme Mahlzeiten für die Familie. Keren Ruchamah wurde über die Situation informiert und bezahlte dieser Frau 12‘000 NIS (das entspricht etwa CHF 3‘400.-). Damit kann sie Schulden begleichen, ihre Miete bezahlen und ihre schmerzenden Zähne behandeln lassen.

Ein junges Ehepaar anfangs 20 hat vor kurzem Aliyah gemacht und versucht in Jerusalem Fuss zu fassen. Beide sind noch in der Ausbildung: Er studiert an der Hebräischen Universität in Jerusalem und seine Frau absolviert neben einem Ulpan (das ist ein Intensiv Hebräischkurs) ein Fernstudium. Von Keren Ruchama wird dieses junge Ehepaar mit 10‘000 NIS unterstützt (das entspricht etwa CHF 2‘800.-). Damit können sie die Studiengebühren bezahlen und die Ausgaben für Lehrmittel begleichen.

Ein 17-jähriges Mädchen ist vor acht Jahren mit ihrer Mutter und Schwester aus Finnland nach Israel gekommen. Sie lebt in Kfar Saba in der Nähe von Tel Aviv. Die junge Frau fühlt sich in Israel heimisch und möchte auch den bevorstehenden israelischen Militärdienst leisten. Sie will nicht mit ihrer Mutter zurück nach Finnland. Im vergangenen Sommer liess sie sich taufen. In der messianischen Gemeinde fühlt sie sich sehr wohl. Bei einem Gemeindemitglied fand sie ein neues Zuhause. Die Hausmutter unternimmt alles, um dieser jungen Frau ein Zuhause zu gestalten. Die Kosten für den Unterhalt übersteigen jedoch ihr Budget. Keren Ruchama unterstützt die Hausmutter der jungen Frau mit 7’000 NIS (das entspricht etwa CHF 2’000.-). Damit werden Nahrungsmittel, Schulmaterial, Nachhilfeunterricht im Fach Mathematik und Kleidung bezahlt.

Ein Ehepaar mit einem Kleinkind kam vor zweieinhalb Jahren nach Israel und wohnt in Haifa. In Israel sind die Lebenskosten sehr hoch und die Löhne im Verhältnis tief. Den Lebensunterhalt abzudecken ist auch für dieses Ehepaar sehr schwierig. Der Mann fand eine Anstellung als Reinigungskraft in einer Schule. Weil er im letzten Oktober das Schulterblatt brach, konnte er nicht arbeiten. Keren Ruchamah hat diese Familie in ihrer Notsituation mit 5’000 NIS (das entspricht etwa CHF 1’400.-) unterstützt.